3-Liter-Auto

Während in China und den Vereingten Staaten noch fröhlich die Motoren dröhnen, sieht man hierzulande angesichts stetig steigender Benzinpreise eher angespanntes Stirnrunzeln an deutschen Tankstellen. Auf dem Reißbrett schon längst realisierte Utopie, steht das 3-Liter-Auto auch nach jahrelanger Forschung und Entwicklung jedoch noch immer in den Startlöchern. Die ersten Modelle wurden zwar bereits vor Jahren auf den Markt gebracht, standen aufgrund ihres hohen Verkaufspreises jedoch in keinem vernünftigen Verhältnis zu den geringen Verbrauchskosten. Doch was genau unterschiedet das 3-Liter-Auto eigentlich von gängigen Modellen? Grundvoraussetzung zur Kraftstoffeinsparung sind nicht nur neue Motoren und verringerter Rollwiederstand, sondern vor allem die angepasste Größe und das reduzierte Gewicht durch Leichtbausweise, unter Verwendung von Stahl, Aluminium, Magnesium und speziellen Faserverbundwerkstoffen. Der in Zusammenhang mit derartigen Fahrzeugen verwendete Begriff 3-Liter-Auto bezieht sich jedoch weniger auf den tatsächlichen Verbrauch von 3 Litern je 100km, sondern wird vielmehr steuerrechlich mit der veranschlagten maximalen Kohlendioxidemission von 90g CO2 pro km verbunden. Während sich der tatsächliche Kraftstoffverbrauch des 3-Liter-Autos auf etwa 3,8 Liter Benzin oder alternativ auf 3,4 Liter Diesel beläuft, wurde der Begriff von diversen Herstellern in der Vergangenheit vor allem zu Marketingzwecken verwendet um ihre Niedrigenergiefahrzeuge an den Mann zu bringen. Und wie sieht es in der Praxis aus? Lange Zeit als optischer Ausrutscher und spießige Ökokutsche verschrien, verzeichnen die sparsamen Autos angesichts neuster Kraftstofferhöhungen einen wachsenden Kundenstamm und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nicht nur Testberichte von Käufern, sondern vor allem Wartezeiträume zwischen 3 und 4 Monaten für ein Gebrauchtfahrzeug sprechen für sich. Das 3-Liter-Auto ist gerade jetzt gefragter denn je und längst bereit die Utopie zur Realität werden zu lassen.